Versöhnung stiften – Frieden fördern

Netzwerk Ostafrika Versöhnung

Projektziel

Ziel des Projektes „Versöhnung stiften – Frieden fördern“ ist es, die Zivilbevölkerung zu befähigen friedliche Konfliktlösungsstrategien anzuwenden und seelisch verletzten Menschen angemessene Hilfestellung zu bieten.

Projektbeschreibung

Der Südsudan kämpfte etwa 25 Jahre für seine Unabhängigkeit. Während dieser Zeit wuchs eine Generation heran, welche lernte, ihre Konflikte durch Gewalt zu lösen. Als das Land 2011 seine Unabhängigkeit erreichte, sehnte sich die große Mehrheit nach Frieden – aber die erlernte Konfliktlösungsstrategie war damit nicht überwunden.
Netzwerk Ostafrika VersöhnungUm Frieden und Versöhnung in einer zerbrochenen Gesellschaft herbeizuführen, spielen die Kirchen eine wichtige Rolle, da ihnen Vertrauen aus der Bevölkerung entgegengebracht wird. Das Netzwerk Ostafrika unterstützt das Engagement der anglikanischen Kirche von Gogrial, sowie des Südsudanesischen Kirchenbundes bei der Versöhnungsarbeit und Friedensförderung.

Dabei müssen gemeinsame Antworten gefunden werden:

  • Welche Worte lassen sich in der Stammessprache verwenden, damit Vergebung und Versöhnung nicht mit Schwäche gleichgesetzt wird, sondern als innere Stärke überzeugt?
  • Welche kulturell angemessenen Handlungen und Beispielgeschichten gibt es für Versöhnung und Friedensförderung?
  • Wie können Pastoren kulturangemessen der Zivilbevölkerung helfen, mit traumatischen Erlebnissen umzugehen und Heilungsprozesse zu fördern? Nur so werden erlebte Trauma nicht Auslöser von weiterer Gewalt.
  • Was kann die Kirche dazu beitragen, um ethnische Erinnerungen von jahrzehntelangen Konflikten aufzuarbeiten, damit die junge Generation  ein erlerntes Opfer- Tätermuster überwindet (Heilung der geschichtlichen Erinnerungen und Erzählungen)?
  • Wie kann eine kulturangemessene Friedenstheologie aussehen, welche die traditionelle Weltanschauung der Menschen ernst nimmt?
  • Wie kann die Botschaft der Versöhnung so überzeugend in der Stammessprache übertragen werden, dass sie sich in den Dörfern ausbreitet?

Wie wir arbeiten

Da die meisten Teilnehmer in unseren Einsatzländern nicht analytisch-abstrakt denken, sondern konkret und in Beziehungen, arbeiteten wir vorwiegend mit Geschichten und Fragen. Geschichten sind konkret und bieten Raum, dass sich Menschen wieder finden ohne belehrend zu wirken. Fragen wecken Interesse und fördern Ideen – was das Selbstvertrauen in eigene Fähigkeiten stärkt. Gemeinsame Gespräche regen zum Nachdenken an und geben Raum, eigene Erlebnisse einzubringen…
Überall haben Menschen ganz viel Erfahrungen. Sie sind Experten ihrer Geschichten und ihrer Kultur, wenn sie bereit sind, nicht aus Hass und Rache zu handeln. Diesen Wissensschatz wollen wir achten. Nicht für, sondern auf Augenhöhe mit den Notleitenden wollen wir gemeinsam Lösungen entwickeln und umsetzen. Diese Arbeitsweise schafft Würde und Wertschätzung, setzt Kräfte und Ideen frei und unterstützt Eigenverantwortung.
Netzwerk Ostafrika VersöhnungDabei erleben wir, wie der christliche Glaube ein enormes Potential hat, Versöhnung zu stiften. Menschen erleben spürbar, wie Christus ihnen vergibt. Dadurch wird Vergebung konkret erlebt, was Menschen befähigt, selbst zu vergeben. Zudem erleben Menschen in der Gemeinschaft mit Christus Wertschätzung, welche befähigt, befeindete Personen als „Ebenbild Gottes“  wahrzunehmen
(1.Mose 1.27).

Hintergrundinformationen

In den 25 Jahren des Unabhängigkeitskampfes wuchs eine Generation heran, welche lernte, ihre Konflikte durch Kämpfe zu lösen. Nachdem das Land 2011 seine Unabhängigkeit erreichte, flammten alte Spannungen zwischen Stämmen und Clans wieder auf. Im Dezember 2013 kam es zu massiven Auseinandersetzungen innerhalb der Regierungspartei, welche auch ethnisch begründet war. Seitdem erschüttert ein landesweiter Bürgerkrieg den Südsudan. Hass und Ohnmacht raubt Menschen die Kraft für den Alltag und fördert weitere Zerstörung. Traumatisierte Menschen traumatisieren häufig andere. Nach vielen Konflikten wurde im September 2018 ein Friedensvertrag geschlossen. Dafür muss Vertrauen in der Gesellschaft wieder neu aufgebaut werden. Gemeinsam mit unserer Partnerkirche setzen wir uns für diesen Frieden und Versöhnungsarbeit in der Region ein. Somit schaffen wir eine notwendige Voraussetzung, damit sich Menschen wieder von ihren eigenen Feldern ernähren können, Jugendliche zur Schule gehen und die Grundlage für jede nachhaltige Entwicklungsarbeit.

Partnerorganisation

Diocese of Gogrial
Episcopal Church of South Sudan

Diocese of Wau
Episcopal Church of South Sudan

Kontakt

Matthias Scheitacker
(Koordinator Netzwerk Ostafrika)

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie, dass wir gemeinsam mit unserer Partnerkirche Workshops zur Versöhnungs- und Friedensförderung durchführen können.

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